Ein neuer Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks hat ergeben, dass derzeit 10 von 214 Kehrbezirken in Thüringen unbesetzt sind. Es fehlt an qualifizierten Persönlichkeiten, die bereit sind, unternehmerisch tätig zu werden und als bevollmächtigter Schornsteinfeger einen Kehrbezirk zu übernehmen. Die Personalsituation für Schornsteinfeger in Thüringen und anderen Bundesländern ist gut, aber viele Gesellen wollen aufgrund der vergleichsweise hohen Gehälter und veränderter Berufsaussichten den nächsten Schritt in die Selbstständigkeit zum Schornsteinfegermeister nicht gehen. Sollte diese Tendenz anhalten, so dürfte die Zahl der qualifizierten Schornsteinfeger in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen.

Viele Schornsteinfeger haben sich in den letzten Jahren zum Energieberater ausbilden lassen und sehen dort bessere Berufsaussichten, zumal sich das Aufgabengebiet durch den rückläufigen Einsatz fossiler Brennstoffe verändern wird. Wahrscheinlich wird der klassische Schornsteinfeger auch in Zukunft gebraucht, aber wohl nicht mehr so ​​stark wie früher. Die Zahl der Auszubildenden mit 1500 Personen erscheint hoch, ist aber dennoch stetig rückläufig. Im Jahr 2020 waren es 1.773, gegenüber 1.925 im Jahr 2017 und 2.170 im Jahr 2014. Der Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger schätzt, dass in den nächsten zehn Jahren rund 25 % der heutigen Unternehmer in den Ruhestand gehen werden. Um diesen Mangel auszugleichen, wäre eine große Anzahl von neuen Anwärtern erforderlich. Allein für den Erhalt des Schornsteinfegerwesens heutiger Prägung benötigt das Handwerk jährlich rund 680 Auszubildende.


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